
Der Tod ist ein Übergang – Ein Traum von Trauer, Liebe und Unsterblichkeit
- Sabine Fischer
- 22. Mai
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 29. Mai
"Ihr, die ihr mich so geliebt habt, seht nicht auf das Leben, das ich beendet habe, sondern auf das, welches ich beginne." (Augustinus)
Mein Traum
Ich gehe durch die Straßen und weine bitterlich. Meine Mutter ist gestorben und ich vermisse sie unendlich.
Es gibt Zeiten, da ist der Schmerz erträglicher, und dann wieder Momente, in denen er grenzenlos erscheint.
Ich fühle mich so alleine und verlassen. Nun ist sie fort – unwiderruflich fort – und ich spüre das Loch in meinem Herzen.
Es erstaunt mich selbst, dass ich sie jetzt in so liebevoller Erinnerung habe. Unsere Beziehung war oft schwierig, aber vielleicht ist genau das ihre Essenz, an die ich mich jetzt erinnere – reine Liebe.
Ab jetzt bin ich auf mich allein gestellt. Die Liebe, die ich bisher von meiner Mutter empfangen habe, muss ich nun aus mir selbst schöpfen.
Ich kann ihren Geist spüren, der immer noch anwesend ist. Es ist, als würde sie mit einem liebevollen Lächeln auf mich herabsehen und sagen:
"Ich habe dich laufen gelehrt. Ab jetzt musst du selbst weitergehen und du wirst es schaffen. Ich sehe dich und glaube an dich. Ich liebe dich unendlich und werde immer bei dir sein."
Ich kann sie spüren – in mir. Wir sind verbunden, untrennbar miteinander verbunden. Es ist unsere Essenz, durch die wir verbunden sind.
Der Schmerz der Trauer
Im November 2022 starb meine Mutter. Unsere Welt stand still. Zwei Wochen nach ihrem Tod hatte ich diesen Traum.
Inmitten meiner tiefen Trauer war er unendlich tröstlich und hat mich durch die Zeit nach ihrem Tod getragen.
Meine Mutter hatte Krebs und meine Geschwister und ich haben sie fast ein Jahr lang intensiv begleitet. Es war eine schwere und herausfordernde Zeit – für uns alle und vor allem für sie.
Im Traum durch die Hölle – und wieder ans Licht
Bereits im Jahr zuvor hatte meine Mutter ebenfalls einen Traum. Sie träumte, halb blind und halb taub in einem Rollstuhl zu sitzen, während ich sie schob.
Gemeinsam gingen wir durch die Unterwelt, sie benutzte sogar selbst das Wort "Hölle". Mit viel Geschick und Durchhaltevermögen fanden wir schließlich wieder zurück ins Licht.
Damals sagte sie zu mir, sie hoffe, dass dieser Traum keine Vorahnung sei. Rückblickend kann ich sagen: Es war eine Vorahnung.
Licht und Schatten in der Sterbebegleitung
Meine Geschwister und ich sind in diesem Jahr oft an unsere Grenzen gestossen – manchmal sogar darüber hinausgegangen.
Es gab Momente, in denen wir uns gefragt haben, wann dieser Albtraum endlich vorüber sein würde.
Ich weiß, dass diese Gedanken im ersten Moment erschreckend wirken können. Dennoch möchte ich dir Mut machen, auch solche Gefühle zuzulassen, ohne dich dafür zu verurteilen. Sie dürfen da sein.
Wir sind in dieser langen Zeit durch eine Achterbahn der Gefühle gegangen. Neben Mitgefühl, Liebe, Dankbarkeit und tiefen Momenten der Nähe, gab es auch Selbstzweifel, Ungeduld, Schuldgefühle und Wut.
Dankbarkeit und Vergebung
Heute blicke ich voller Dankbarkeit auf dieses Jahr zurück. Denn sogar im größten Schmerz kann etwas Wertvolles verborgen liegen. Jede noch so schwere Erfahrung birgt immer auch ein Geschenk.
Die Beziehung zwischen meiner Mutter und mir war nie ganz einfach. Doch gerade in dieser schweren Zeit haben wir Momente der Innigkeit, der Nähe, der Liebe und der gegenseitigen Akzeptanz erlebt wie noch nie zuvor.
Wir haben einander vergeben.
Das größte Geschenk für mich war, dass unsere Beziehung heilen durfte und meine Geschwister und ich uns auf eine neue Weise wiedergefunden haben.
Die Seele ist unsterblich
Vielleicht kennst du diesen Spruch aus Todesanzeigen:
"Ich bin nicht tot, ich wechsle nur die Räume. Ich bin bei euch und geh durch eure Träume."
Bis heute erstaunt mich immer wieder, wieviel Wahrheit in diesen Worten liegt. Die Seele meiner Mutter hat ihr irdisches Kleid abgelegt und den Raum gewechselt.
Der Tod ist nicht das Ende. Er ist der Übergang in eine andere Dimension. Zurück bleibt die sterbliche Hülle. Was weitelebt, ist unser wahres Wesen – unsere Essenz: reine Liebe.
Die Seele war immer, ist und wird immer sein.
Mögen alle Menschen Bewusstheit erlangen über ihr wahres Wesen und sich daran erinnern, wer sie in Wahrheit sind - Reine Seele.
Wenn dein Herz Trauer trägt
Die Erfahrungen rund um das Sterben und den Tod meiner Mutter haben meinen eigenen Weg der Heilung und Spiritualität tief geprägt.
Heute begleite ich Menschen mit Energiearbeit und Bachblütenessenzen durch herausfordernde Lebensphasen.
Wenn du selbst einen Verlust erlitten hast und dir Begleitung auf deinem Weg durch Trauer und Wandlung wünschst, bin ich gerne für dich da.
Mein Anliegen ist es, einen Raum zu schaffen, in dem Heilung, Bewusstsein und innere Transformation möglich werden.


