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Synchronizitäten – Himmlische Zeichen

  • Autorenbild: Sabine Fischer
    Sabine Fischer
  • vor 6 Tagen
  • 3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 7 Stunden

Gestern wäre der 83. Geburtstag meiner Mutter gewesen. Es ist jetzt fast vier Jahre her, dass sie gestorben ist.


Erinnerungen kommen hoch – ihr letztes Lebensjahr, ihr letzter Geburtstag, ihr letzter Gang.


Ich habe noch das Bild vor Augen, wie ich am Tag ihrer Beerdigung ihre Urne trage. Ihre Urne in den Armen zu halten war die letzte Gelegenheit für mich, ihr noch einmal so nahe wie möglich zu sein. Kaum vorstellbar, dass das Häufchen Asche in dem Holzgefäß alles sein sollte, was von meiner Mutter übrig geblieben war.


Wir hatten bewusst diesen Friedwald gewählt, weil er schon beim ersten Gang auf seinem Boden und zwischen seinen Bäumen eine ganz besondere Atmosphäre ausstrahlte. Das Licht hatte einen sanften, märchenhaften, fast mystischen Schimmer. Wir hatten das Gefühl in eine andere Welt einzutauchen, eine Sphäre außerhalb von Raum und Zeit.


Wo war ihre Seele jetzt? War sie noch unter uns oder schon ganz woanders?


Ich erinnere mich nicht mehr, ob es nur in Gedanken war oder ich tatsächlich leise vor mich hingeflüstert habe: "Mama, wenn du jetzt hier bist, dann gib uns ein Zeichen!"


Mein Verstand hat mich ausgelacht und gemeint, ich solle nicht albern sein. Mein Herz aber hat noch einmal die Verbindung zu meiner Mutter gesucht.


Es hat in Strömen geregnet an diesem Tag. Ich habe nicht wirklich damit gerechnet, dass jetzt plötzlich die Wolken aufreißen und ein gleißender Sonnenstrahl vor mir auf die Erde fallen würde. Solche Phänomene hört man immer nur in den Erzählungen anderer. Es hat einfach weitergeregnet.


Aber wie es so ist im Leben, kommt das, was wir uns wünschen, oft überraschend und auf eine Weise, die wir uns zuvor nicht hätten vorstellen können. Wir sollten ein Zeichen bekommen ...


Wir hatten uns am Andachtsplatz versammelt, um noch einmal gemeinsam meiner Mutter zu gedenken. Den Trauerredner hatte sie noch zu Lebzeiten selbst ausgesucht. Er war es gewesen, der ihr am Ende ihres Lebens noch einmal ermöglicht hat, den Zugang zu Kunst und Musik und Halt in ihrem Glauben zu finden.


Meine Geschwister und ich hatten ihm für seine Rede die bewegendsten Moment im Leben unserer Mutter zusammengetragen. Noch einmal sind wir eingetaucht in Höhen und Tiefen, in glückliche Momente und in schwere.


Der Trauerredner hatte gerade begonnen, als ich unvermittelt ein Geräusch wahrnahm. Ich konnte mich nicht erinnern, jemals zuvor so etwas gehört zu haben. Es kam von ganz weit oben, wie aus dem Himmel. Es war wie ein Rumpeln oder sanftes Poltern und ich konnte fühlen, wie mein Herz weit wurde und sich mit Wärme füllte.


Zuerst habe ich an ein Gewitter gedacht, aber ein Donner klingt anders. Auch kommt beim Gewitter nicht ein Donner allein. Dieses Geräusch kam nur ein einziges Mal und danach nicht mehr.


Mit den Augen suchte ich meine Schwester und unsere Blicke trafen sich. Aus ihrem sprach das, was ich fühlte - ungläubiges Staunen. Auch sie hatte das Geräusch wahrgenommen und konnte ihm keinen treffenden Namen geben. In diesem Moment verstummte mein Verstand.


Doch das war noch nicht alles. Mir fiel auf, dass jedes Mal, wenn der Trauerredner über schwere Zeiten im Leben meiner Mutter sprach, der Regen zu einem heftigen Prasseln wurde. Wenn es dagegen um glückliche Zeiten ging, wurde er zu einem sanften Nieseln.


Zunächst war ich geneigt, das nicht als Zeichen, sondern als Täuschung einzustufen. Ich tendiere immer noch dazu, meiner Wahrnehmung nicht sofort zu vertrauen, weil mein Verstand gerne dazwischenfunkt. Doch nach der Beerdigung sprach meine Schwester mich an. Ihre sehr feinfühlige Tochter hatte dieses Phänomen ebenfalls wahrgenommen.


Seit jenem Tag achte ich verstärkt auf Synchronizitäten. Sie zeigen mir immer wieder, dass das Universum auf eine Weise antwortet, die sich unserem Verstand entzieht und doch voller Bedeutung ist.


Für mich sind Synchronizitäten keine Zufälle. Sie sind Wegweiser.


 
 
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