top of page

Das dritte Auge

  • Autorenbild: Sabine Fischer
    Sabine Fischer
  • 26. Nov. 2025
  • 3 Min. Lesezeit

"Wir haben zwei Augen,

um das Physische zu sehen.

Um das Nicht-Physische zu sehen,

gibt es ein anderes Auge,

das ein inneres Auge ist."

Sadhguru


Wir waren zwei. Uns stand ein chirurgischer Eingriff bevor und ich hatte ihn bereits hinter mir. Allerdings hatte ich überhaupt keine Ahnung, was da mit uns gemacht wurde, denn ich fühlte mich völlig gesund.


Eben brachten sie den anderen herein und ich traute meinen Augen kaum. Mehrere Helfer trugen einen Leichensack in den OP Saal. Ich konnte einen Blick auf das aschfahle Gesicht des Toten erhaschen und fragte mich, was sie da noch operieren wollten?


Ein paar Tage später …


Auch der vermeintliche Tote hatte die OP hinter sich gebracht und nun sitzen wir einander gegenüber. Es geht uns gut und wir lächeln uns an.


Wir kommen einander bekannt vor, doch keiner von uns erinnert sich, woher wir uns kennen könnten. Wie begrüßt man sich in einer Situation, in der man sich gleichzeitig fremd und vertraut ist?


Da geschieht eine spontane Handlung – wir legen zur Begrüßung unsere Stirnen aneinander.


In dem Augenblick, in dem unsere Stirnen sich berühren, geschieht etwas Unglaubliches. Als hätte man einen Stecker in die Steckdose gesteckt, beginnt auf einmal Energie zu fließen.


Die Energie, die wir spüren, ist so hoch, dass ich mich frage, ob es von Außenstehenden wahrzunehmen ist. Ich frage mich, ob sie sehen können, dass es um unsere Stirnen herum aussieht, als hätten sich hunderte von Wunderkerzen entzündet.


Es ist ein wunderbares Gefühl, eines wie ich es bisher noch nicht gekannt hatte. Auf einmal fühle mich verbunden, leicht, frei, sicher, getragen, beschützt, glücklich, geliebt.


Es ist genauso, als ob ich nach einer langen Zeit des Umherirrens und Suchens endlich nach Hause gekommen bin.



♦ ♦ ♦



Während der Niederschrift dieses Traums kam mir der Gedanke "Das dritte Auge" und ich wusste, worum es hier geht. Das dritte Auge ist eine andere Bezeichnung für die Zirbeldrüse, ein kleines Organ hinter unserer Stirn. Sie hat außer ihrer biologischen Funktion, dem Ausschütten von Melatonin, auch noch eine spirituelle Bedeutung. Die Ziebeldrüse ist das Tor zu einem höheren Bewusstsein.


Heute ist es so, dass bei der Mehrheit der Menschen die Zirbeldrüse verkümmert und völlig verkalkt ist, sodass das Tor zu einer erweiterten Wahrnehmumg verschlossen bleibt. Das könnte mitunter ein Grund sein, dass wir auch die Verbindung zu unserer Intuition verloren haben und unsere innere Stimme nicht mehr hören.


Ich kann im Traum nicht sehen, was da operiert wird, aber vor meinem geistigen Auge sehe ich unsere Köpfe. Im Hinblick auf das weitere Geschehen liegt es nahe, dass die Operation an der Zirbeldrüse war. Ich denke an verkalkte Arterien, deren Kalk bei einer OP quasi abgekratzt wird und sehe die Parallele zu meinem Traum - die Zirbeldrüse wurde operativ vom Kalk befreit und die Energie kann nun wieder ungehindert fließen.


Damit Strom durch eine Leitung fließen kann, muss zunächst der Stecker in die Steckdose gesteckt werden, um so eine Verbindung zu schaffen. Dies geschieht, indem wir unsere Stirnen aneinander legen. Auf einmal fließt eine enorm hohe Energie und ich fühle mich verbunden, getragen, sicher, frei, unbeschwert, in Frieden und glücklich. Ich fühle Liebe.


Doch steht immer noch die Frage im Raum, wer denn nun dieser andere ist. Dieser andere ist mir fremd und doch vertraut und in der Verbindung mit ihm fühle ich Ganzheit.


Ich habe kein Bild vor Augen, nehme aber eine männliche Energie wahr. Ich habe die Assoziation von Yin und Yang, zwei Polen, Tag und Nacht, Winter und Sommer, usw. Es kommen mir Gegensätze in den Sinn, dass einer ohne den anderen nicht existieren kann und die beiden Pole immer nach Ausgleich suchen. Sobald das Gleichgewicht hergestellt ist, öffnet sich die Türe zu einer anderen Dimension.


Ein weiterer Aspekt taucht auf. Dieses Gegenüber ist mein unbekanntes Ich, meine Seele. Mit der Öffnung des dritten Auges ist gleichzeitig eine Art Anbindung geschehen, ich bin mit meiner Seele in Kontakt gekommen. Das dritte Auge ist der Zugang zu meinem Höheren Selbst, meiner Seele, meiner Intuition und zu meinem tiefen inneren Wissen.


Bleibt noch der Leichnam, der in einem Sack in den OP Saal getragen wird, und mir erschließt sich die Bedeutung dieses Bildes. Solange ich nicht in Kontakt gekommen bin mit meiner Seele, habe ich nicht gelebt. Solange ich nicht die Anbindung habe an mein wahres Selbst, solange ich nicht erfahren habe, wer ich in Wahrheit sind, habe ich nicht gelebt.


Die Frage, warum ich hier bin, treibt mich schon mein Leben lang um. Ich bin hier, um mich zu erinnern. Ich bin hier, um wieder in Kontakt mit meiner Seele zu kommen und mein wahres Selbst zu erfahren. Ich bin hier, um Befreiung zu erlangen.


Es sind wilde Zeiten im Moment, aber die braucht es, damit Veränderung geschehen kann. Wir verändern uns nur in der Krise, niemals in der Komfortzone und somit werden Konflikte und Krisen zum Vitamin für die Seele (Param Pujya Dada Bhagwan).



 
 
bottom of page