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Zwei Welten in mir - Ein Traum über Bewusstsein

  • Autorenbild: Sabine Fischer
    Sabine Fischer
  • 28. Dez. 2025
  • 5 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 9. Apr.

Manchmal zeigt uns ein Traum nicht eine ferne Welt – sondern unseren eigenen inneren Kern.


Diese spirituelle Traumdeutung über Bewusstsein und Wahrnehmung beginnt in einer Altstadt und führt mich doch in eine ganz andere Dimension meines Seins.


Was wie ein kleiner Wochenendausflug beginnt, entpuppt sich als Reise in mein eigenes inneres Zentrum.



Mein Traum


Nach dem Motto „Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah?“ hatten wir im historischen Viertel der nächstgelegenen Stadt ein Hotelzimmer gebucht.


Jetzt stehen wir an der Ampel und warten darauf, in die Altstadt abbiegen zu können. Voller Vorfreude werfe ich einen Blick auf die alte Stadtmauer und die geschichtsträchtigen Häuser.


Ich bin überrascht, wie anders alles auf einmal aussieht. Es sind dieselben Bauten wie sonst auch und doch ganz verändert. Die Ampel schaltet auf grün und wir passieren das Stadttor.


Mir war bisher gar nicht bewusst gewesen, welch schönen und charmanten Kern diese Stadt hat, in der wir sonst unseren täglichen Angelegenheiten nachgehen.


Auf einmal kann ich erkennen, dass von diesem jahrhundertealten Viertel ein ganz besonderer Zauber ausgeht. Ich hatte seine strahlende Schönheit direkt vor meinen Augen bisher überhaupt nicht wahrgenommen.


Wir parken das Auto und schlendern los. Bevor wir unser Hotel aufsuchen, wollen wir noch ein wenig durch die reizvollen Gassen bummeln und vielleicht auch in einem gemütlichen Restaurant etwas trinken und essen.


Doch so richtig einfinden kann ich mich noch nicht, denn irgendetwas ist hier nicht wie gewöhnlich. Es fühlt sich an, als wären wir in einer ganz anderen Welt, einer ganz anderen Zeit gelandet.


Die Uhren scheinen hier still zu stehen. Die Menschen sind völlig entspannt, keiner ist gestresst, in Eile oder hat irgendeinen Druck. Sie scheinen sich ganz dem Augenblick hinzugeben.


Mein Begleiter möchte etwas kaufen und zu unserer großen Überraschung stellen wir fest, dass hier eine andere Währung gilt und mit dem Euro nirgendwo bezahlt werden kann.


Wir fragen einen Passanten nach einer Wechselstube, doch das gibt es keine. Mein Erstaunen wird immer größer. Ich fühle mich wie in einer Parallelwelt, einem Land außerhalb der Zeit.


Wie üblich muss ich zunächst einmal zur Toilette. Ich betrete das nächste Café und sehe mich um. Sehr einladend wirkt es hier nicht gerade.


Hinter der Theke steht ein gelangweilter Mann. In einer Ecke sitzen zwei Jungs auf einer Bank und machen ein Brettspiel. Sonst ist niemand im Raum.


Da entdecke ich direkt neben den Jungs ein Kuchenbüffet mit herrlichen Torten. Wie magisch werde ich davon angezogen. Die Tortenstücke sind ungewöhnlich groß und eines sieht verführerischer aus als das andere.


Einer der Jungs bemerkt meine Anwesenheit. Ohne vom Spiel aufzusehen fragt er mich lustlos, ob ich ein Stück haben wollte. Ich kann nicht widerstehen und sage Ja. Vergessen sind mein Begleiter und die Toilette.


Immer noch ohne mich anzusehen packt der Junge mit bloßen Händen das nächste Stück Torte und klatscht es auf einen Teller.


Ich bin irritiert und unangenehm berührt. Das hier passt so gar nicht zu meiner bisherigen Wahrnehmung dieser anderen Welt. Ich schiebe den Gedanken beiseite und esse schnell meinen Kuchen.


Auf einmal fühle ich mich überhaupt nicht mehr wohl. Ein Gefühl von stählerner Kälte steigt in mir auf und ich möchte nur noch weg von diesem unwirtlichen Ort.



♦ ♦ ♦



Die Altstadt als Spiegel meines inneren Kerns


Wir wollen dem Alltag entfliehen. Nicht weit reisen, nur die Perspektive wechseln. Also buchen wir ein Hotel im historischen Viertel der nächstgelegenen Stadt.


Als wir an der Ampel stehen und in die Altstadt abbiegen, geschieht etwas Merkwürdiges: Alles ist vertraut – und doch vollkommen anders.


Die alte Stadtmauer.

Die jahrhundertealten Häuser.

Das Stadttor.


Ich hatte diesen Ort unzählige Male gesehen. Und doch erkenne ich ihn jetzt zum ersten Mal wirklich.


In der spirituellen Traumdeutung steht eine Altstadt für den Ursprung, den Kern, das Zentrum. Für das, was immer da war – aber selten bewusst wahrgenommen wird.



Eine andere Währung: Werte des Bewusstseins


Die Menschen wirken entspannt. Niemand hat es eilig. Niemand ist im Stress. Sie leben vollkommen im Augenblick.


Hier scheint eine andere Währung zu gelten. Mit dem Euro kann man nicht bezahlen. Wechselstuben gibt es nicht.


Diese Traum-Botschaft meiner Seele wird klar: In meinem inneren Zentrum gelten andere Werte. Dort zählen nicht Leistung, Ansehen, Geld, Erfolg oder Ablenkung. Dort existiert bereits alles, was für wahres Glück notwendig ist.


In der Traumdeutung symbolisiert eine Währung unsere inneren Werte.

Wenn keine Wechselstube existiert, bedeutet das: Zwischen Ego-Welt und Seelenbewusstsein gibt es keinen direkten Tauschhandel.


Bewusstsein lässt sich nicht kaufen.

Es kann nur erinnert werden.



Das Café der Verlockungen – Rückfall ins Ego


Dann betrete ich das Café. Die Atmosphäre verändert sich abrupt. Langeweile. Schwere. Warten. Und dort ist sie: die verführerische Torte.


Wie magisch angezogen, vergesse ich alles um mich herum. Der Junge greift mit bloßen Händen ein Stück Torte und klatscht es auf den Teller.


Ein Bruch. Ein Sturz aus der feinstofflichen Welt zurück in die Dichte.


In meinem Traum steht die Torte für weltliche Verlockungen – für den schnellen Glückskick. Zucker hebt den Serotoninspiegel, doch das Hoch ist vergänglich. So wie alle äußeren Vergnügungen.


Die Gier ist einer unserer inneren Verhinderer. Sie zieht das Bewusstsein zurück in die Identifikation mit Verstand und Ego.



Der Sündenfall als innere Trennung


Ich denke an den Apfel aus der Bibel. Sünde bedeutet Trennung. Trennung von Gott. Trennung von unserer wahren Essenz.


Der Apfel im Mythos ist die Torte in meinem Traum. Immer wenn ich mich von äußeren Reizen verführen lasse, verliere ich das Gewahrsein meines inneren Zentrums.



Perspektive erschafft Realität


Dieser Traum zeigt mir: Der Grad unserer Bewusstheit bestimmt unsere Wahrnehmung. Je höher unser Bewusstsein, desto feiner wird unsere Wahrnehmung. Ich erkenne die Schönheit, die immer schon da war.


Doch Verstand, Ego und Ablenkung halten mich in einer dreidimensionalen Realität gefangen. Das Gewahrsein aufrechtzuerhalten erfordert innere Klarheit. Und dennoch liegt genau dort wahres Glück verborgen.



Wahres Glück finden: Der Ort ist bereits in dir


Die Altstadt liegt ganz in meiner Nähe. Ich muss nicht weit reisen. So ist es auch mit unserem inneren Ursprung.


Das Glück und die Freiheit, die wir suchen, befinden sich genau hier – im jetzigen Moment. Direkt vor unseren Augen. Wir können diesen Ort jedoch nicht erkennen, solange unser Blick getrübt ist.


Der entscheidende Schritt ist, die Perspektive zu verändern. Wenn sich unser Blickwinkel wandelt, betreten wir eine neue Welt – obwohl wir keinen Schritt gegangen sind.


Zwei Welten existieren nebeneinander. Die Frage ist nur, aus welchem Bewusstsein heraus wir sie betrachten.


Vielleicht kennst auch du diesen Ort in dir – einen stillen Kern jenseits von Leistung, Gier und Erwartung. Vielleicht hat dir dein eigener Traum ihn schon einmal gezeigt.


Die Frage ist nicht, ob es diese zwei Welten gibt. Die Frage ist: Aus welchem Bewusstsein heraus betrachtest du dein Leben gerade?


Wenn dich die Botschaften deiner Träume berühren, findest du hier weitere Impulse zur spirituellen Traumdeutung und zum Erwachen deines inneren Gewahrseins.

 
 
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